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Johannes Bugenhagen und die „Hexenpredigt“

Johannes Bugenhagen – in allen Ehren auf dem Croy-Teppich abgebildet – steht der Doctor Pomeranus stolz zwischen den pommerschen Herzögen Barnim IX. und Philipp I. Der aus Wollin stammende Pfarrer und Gelehrte gehörte zu den engsten Mitarbeitern Martin Luthers und ging in die Geschichte als Verfasser von neuen Kirchenordnungen rein. Im Frühjahr 1526 in Wittenberg notierte er eine sogenannte „Hexenpredigt“, die Martin Luther dort abgehalten hat. Dadurch konnte sich bis heute dieses wichtige Geschichtszeugnis erhalten.

Foto: Ein Fragment des Croy-Teppich (Universität Greifswald) im Pommerschen Landesmuseum

„Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus dem Haus stehlen, indem sie es aus einem Handtuch, einem Tisch, einem Griff melken, das ein oder andere gute Wort sprechen und an eine Kuh denken. Und der Teufel bringt Milch und Butter zum gemolkenen Instrument. Sie können ein Kind verzaubern, dass es ständig schreit und nicht isst, nicht schläft usw. Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird. Wenn du solche Frauen siehst, sie haben teuflische Gestalten, ich habe einige gesehen. Deswegen sind sie zu töten.“

Predigt „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ Das vollständigen Text der Predigt kann auf der Webseite des Arbeitskreises für die Aufarbeitung der Hexenverfolgung Leipzig nachgelesen werden: https://www.hexenprozesse-leipzig.de/?p=60#fn-1

Croy-Teppich der Universität Greifswald im Pommerschen Landesmuseum