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Stargordt – die Ahnengalerie im Schloss

Hing an einer dieser Wände das verschollene Porträt, das Sidonia von Borcke darstellen sollte?

Foto: Schloss Stargordt, Pommersches Landesmuseum, 2020

Der Name Stargodt fiel hier schon mehrmals. Für „Die Akte Sidonia“ steht Stargordt vor allem für den Sitz der Familie von Borcke. Das legendäre Sidonia-Bildnis soll bei den Familienporträts im Stargordter Schloss gehangen haben, bis es im März 1945 samt der Ausstattung verbrannt sein sollten. Die Hinweise zur reichen Kunstsammlung, deren Bestandteil das Porträt der „unglücklichen“ und „berüchtigten“ Sidonia, war stammen aus einem Reisebericht des Schriftstellers Johann Bernoulli, der das Anwesen in den Jahren 1777 und 1778 auf einer Tour durch hinterpommersche Güter besuchte.

Foto: Terrasse mit dem Gartenblick, Pommersches Landesmuseum, 2020

Der Architekt des von Adrian Bernhard Graf von Borcke (1668-1741) erbauten Schloss ist unbekannt – die aufwendige Art der Gestaltung führt zu der Vermutung, dass das Projekt von einem am preußischen Hof beschäftigten Architekten stammt. Noch bis heute lässt sich die symmetrieachse, die vom Schlosseingang bis zum Garten verläuft, erkennen.

Foto: Gartensaal im Schloss Stargordst, Pommersches Landesmuseum, 2020

Den Eingang des Hauptgebäudes schmückt heute das restaurierte Familienwappen – die Wände der Schlossruine sind abgestürzt und gesichert.

Foto: Schloss Stargordst – Ostseite, Pommersches Landesmuseum, 2020

Der heute überwucherte Garten des Stargordter Schlosses lässt kaum die frühere Pracht erkennen. Er soll zu den bekanntesten barocken Anlagen in Hinterpommern gehört haben und wurde von Johann Bernoulli ebenfalls in seinem Bericht ausführlich beschrieben. Beim Besuch vor Ort informieren Tafeln in drei Sprachen über die spannende Geschichte des Schlosses und die vergangene Pracht.

Foto: Kirche in Stargordt, Pommersches Landesmuseum, 2020

Einige hundert Meter weiter, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, befindet sich die Pfarrkirche, die zwischen 1578 und 1579 entstanden ist und heute zu den wenigen erhaltenen Fachwerkbauten dieser Zeit zählt. Der Turm auf dem Foto wurde 1908 an der Westseite der Kirche hinzugefügt.

Mehr Informationen zur Geschichte des Stargordter Familienzweiges und des Ortes Stargordt: 

Wulf Dietrich von Borcke: Starogard / Stargordt – Schlösser und Gärten in der Wojewodschaft Westpommern  

Henning von Borcke: Der Stargordter Park vom 18. bis 20. Jahrhundert